Wegweiser für das Leben
Von der Orientierungslosigkeit zur Klarheit
Menschen kommen mit unterschiedlichen Anliegen ins Coaching. Die einen verfolgen ein klares Vorhaben – eine Vision, ein Herzensziel oder ein Projekt – und suchen Unterstützung bei der Umsetzung. Vielleicht, weil sie nicht wissen, wo sie anfangen sollen, weil sie blockiert sind oder weil ihnen der Mut fehlt.
Die anderen haben noch kein Ziel. Sie sagen, dass ihr Leben aktuell nicht so ist, wie sie es sich wünschen, wissen aber nicht, woran es liegt. Ihnen fehlt es an Orientierung, Klarheit und an einem Plan, damit sie ihr Leben so gestalten können, wie es ihren Wünschen entspricht.
Wenn du zur zweiten Gruppe gehörst, dann ist dieser Artikel genau der richtige für dich. Er ist ein praktischer Leitfaden für alle, die spüren, dass eine Veränderung ansteht – aber nicht genau wissen, in welche Richtung sich diese Entwicklung bewegen soll.
Meine Geschichte: Frust und Wut verwandeln sich in Zuversicht und Lebensfreude
Ich kenne dieses frustrierende Gefühl – diese diffuse Unzufriedenheit – nur zu gut. Interessanterweise haderte ich ausgerechnet in einer Episode meines Lebens damit, in der ich rational betrachtet hätte beflügelt sein müssen.
Ich hatte gerade meinen Job gekündigt, in dem ich unglücklich war, hatte all meine Sachen gepackt und war mit meiner Freundin zu einer Weltreise aufgebrochen – ohne Plan, wann oder ob wir in die Schweiz zurückkehren würden.
Freiheitsgefühle und Leichtigkeit pur! – dachte ich zumindest. Doch schnell merkte ich, dass sich über die Erleichterung der neu erlangten Selbstbestimmung ein dunkler Schatten zog, der mich so schnell nicht loslassen sollte. Ein Schatten aus schweren Gefühlen, der mich in den folgenden Monaten unverhofft überfallen konnte. Jederzeit. Ohne Vorwarnung. Und scheinbar ohne Grund.
So sass ich auf meiner Weltreise – für die ich wirklich viel Geld beiseitegelegt hatte – an den schönsten Stränden, die ich je gesehen hatte, und konnte es trotzdem nicht geniessen. Bis ich es eines Tages begriff: Es war nie die Freiheit von meinem früheren Job, nach der ich mich eigentlich gesehnt hatte. Was mich wirklich belastete, war die Orientierungslosigkeit – die fehlende Klarheit darüber, wohin meine Reise gehen sollte. Diese Unklarheit begleitete mich schon während meiner Zeit im Job und blieb auch bestehen, nachdem ich ihn längst gekündigt hatte. Ich empfand meine Situation als so frustrierend, weil ich meine Energie und Schöpferkraft spürte, aber nicht wusste, wohin damit.
Diese Erkenntnis war der Startpunkt, um mein Leben nach und nach wieder in die Hand zu nehmen. Ich konnte mir nüchtern anschauen, wo genau ich im Leben stand, wo meine grössten Baustellen waren, wie ich mich ausrichten wollte und welches Leben ich während, aber vor allem nach der Reise kreieren wollte.
Und siehe da: Mit der neu gewonnenen Klarheit wandelten sich Frust und Wut in Zuversicht und Lebensfreude. Meine Energie kam wieder in Fluss. Und endlich konnte ich die Reise und mein Leben geniessen. Das Gleiche wünsche ich auch dir!
Standortbestimmung: Wo stehst du in deinem Leben?
Wann immer du den Weg zu einem bestimmten Ziel «berechnen» willst, brauchst du neben dem End- auch den Startpunkt. Eine nüchterne Betrachtung des Ist-Zustands deines Lebens ist also das Fundament für eine zielführende und nachhaltige Entwicklungsreise. Und das aus zwei Gründen: Erstens siehst du, wo deine Baustellen liegen und somit, wo du dich sinnvoll weiterentwickeln kannst. Zweitens erkennst du, wo dein Leben bereits rund läuft und damit, wo es Grund für Anerkennung und Dankbarkeit gibt.
Da dein (und jedes) Leben ziemlich komplex und als Ganzes kaum überschaubar ist, kann eine umfassende Bewertung bzw. Analyse aus dem Stegreif schwierig sein. Einfacher wird es, wenn wir das Leben in mehrere Bereiche unterteilen: das sogenannte Lebensrad.
Diese Unterteilung ermöglicht es dir, dein Leben in leichter überschaubaren Stücken zu betrachten und jeden Bereich für sich zu beurteilen. Mit dem Rad des Lebens verhinderst du, dass du deinen Blick einseitig auf einzelne Aspekte deines Lebens richtest, und verhilfst dir so zu einer ganzheitlichen, umfassenden Betrachtung. Du kannst für dein Lebensrad eigene Bereiche wählen oder die Unterteilung aus dem obigen Beispiel übernehmen.
Betrachte nun jeden gewählten Lebensbereich einzeln und bewerte den Ist-Zustand auf einer Skala von 1 (ganz innen) bis 10 (ganz aussen). Wie zufrieden bist du im jeweiligen Bereich? 1 bedeutet: überhaupt nicht. 10 bedeutet: besser geht nicht. Halte deine Bewertung mit einem Punkt auf der entsprechenden Linie fest. Im Internet findest du viele Vorlagen, die du ausdrucken oder digital bearbeiten kannst.
Folgende Fragen können dir bei deiner Einschätzung als Hilfestellung dienen:
Körper, Fitness und Gesundheit:
Als wie gesund schätzt du deinen Körper ein? Wie fit bist du? Treibst du mehrmals pro Woche Sport (Kraft, Ausdauer, Geschicklichkeit)? Wie ist die Qualität deiner Ernährung (inkl. Trinken)? Wie gesund ist dein Lebensstil (Stresslevel, Verhältnis von Anspannung und Entspannung)? Wie ist deine Schlafqualität? Alkoholkonsum, Rauchen oder andere Laster?
Verstand und Klarheit:
Wie ist dein Konzentrationsvermögen? Gibt es Klarheit im Denken, in wesentlichen Zielen und in deinen Werten? Denkst du lösungsorientiert und optimistisch? Dehnst und erweiterst du deinen Verstand regelmässig durch Lektüre sowie Aus- und Weiterbildungen?
Seele und Spiritualität:
Gibt es eine spirituelle Praxis in deinem Leben? Nimmst du dir regelmässig Raum für Meditation und Stille? Kennst du den tiefsten Sinn deines Lebens?
Liebe, Sexualität und Familie:
Als wie erfüllt erlebst du deine Liebesbeziehung? Erlebst du deine Sexualität als erfüllt und würdevoll? Erlaubt und fördert deine Liebesbeziehung bzw. Familie Ehrlichkeit, Freude, persönliche Entwicklung, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung? Gibt es aktuell starke, konkrete Herausforderungen in diesem Bereich?
Freundschaften (beruflich und privat):
Erlauben und fördern deine beruflichen und privaten Beziehungen Ehrlichkeit, Freude, persönliche Entwicklung, Vertrauen und gegenseitige Unterstützung? Gibt es gegenwärtig starke, konkrete Herausforderungen in diesem Bereich?
Arbeit und Beruf:
Dazu zählen auch Hausfrau/-mann, Elternteil, Rentner/-in, Arbeitslosigkeit.
Als wie erfüllend erlebst du deine derzeitigen Tätigkeiten? Wie sehr kannst du deine Fähigkeiten einbringen und deine Werte leben? Gibt es grosse Herausforderungen in diesem Bereich?
Materielle Fülle und Finanzen:
Hast du eine gesunde Beziehung zu Geld? Erfährst du ausreichend materiellen und finanziellen Reichtum? Fühlst du dich genügend abgesichert? Hast du finanzielle Schulden? Gibt es diesbezüglich grössere Herausforderungen?
Selbstwirksamkeit und Erfolg:
Kennst du deine wichtigsten Ziele im Leben und weisst du, wie du sie erreichst? Wie gut kennst du deine Stärken und Schwächen, und weisst du, wie du sie einsetzen bzw. vermeiden kannst? Wie diszipliniert und konsequent kannst du Projekte und Ziele verfolgen? Weisst du, was dir Freude bereitet und wie du dich motivieren kannst? Kannst du entspannt aus deinen Fehlern lernen?
Spiel, Kreativität und Flow:
Erlebst du ausreichend Spiel und Entspannung? Erlaubst du dir hin und wieder Tagträumereien? Probierst du gern neue Dinge aus? Lernst du regelmässig Neues? Wie oft erlebst du Flow-Zustände? Fühlt sich dein Leben leicht und freudvoll an?
Selbstliebe, emotionale Intelligenz und Schatten:
Wie gut kannst du deine Gefühle wahrnehmen? Wie schnell merkst du, wenn etwas in dir nicht «stimmt»? Und wie schnell findest du heraus, was dir fehlt? Wie wohl fühlst du dich in dir selbst? Magst du dich so, wie du bist? Kannst du auch einmal entspannt traurig sein? Kennst du deine Bedürfnisse und kümmerst dich um sie? Kannst du zu deinen schönen Seiten stehen? Und wie sehr kannst du zu dir stehen, wenn du einen Fehler machst oder dir etwas peinlich ist? Wie zufrieden bist du generell mit deinem Leben? Kannst du gelassen mit deinem Schatten umgehen, oder reagierst du oft (unangemessen) stark auf Menschen oder Ereignisse mit Angst, Abwehr, Aggression, Neid oder auch mit Bewunderung, Verliebtsein oder Anbetung? Kannst du über alles gelassen nachdenken und sprechen, oder gibt es Themen, die du auffällig vermeidest (z. B. Tod, Alter, Krankheit, Sex)?
Entwicklungs-Kompass: Was sind deine grössten Baustellen?
Wenn du für jeden Lebensbereich einen Wert vergeben hast, kannst du die einzelnen Punkte zu einem «Kreis» verbinden. Nun hast du einen visuellen Überblick über den Ist-Zustand deines aktuellen Lebens. Wie gleichmässig ist dein Leben entwickelt? Gibt es grosse Unterschiede zwischen den Bereichen? Gibt es Bereiche, die du augenscheinlich vernachlässigt hast?
Anhand deines Lebensrades kannst du erkennen, wie «rund» dein Leben verläuft und wo deine grössten Baustellen liegen. Für ein nachhaltig glückliches Leben ist es sinnvoll, ein möglichst ausgeglichenes Rad anzustreben, anstatt nur einen Bereich bis an die Spitze zu treiben. Markiere nun die drei Bereiche mit den grössten Defiziten.
Reflektiere, weshalb du in diesen Bereichen den jeweiligen Wert vergeben hast. Was sind die Konsequenzen daraus? Was hast du in der Vergangenheit getan oder unterlassen, sodass du heute dort stehst, wo du stehst? Was müsstest du in diesem Bereich fühlen, denken oder tun, um auf der Skala einen Wert nach oben zu klettern? Vielleicht verändert sich durch diese Betrachtung deine Einschätzung noch einmal.
Anschliessend kannst du deine drei grössten Baustellen priorisieren. Wo willst du zuerst ansetzen? Welche Baustelle hat Priorität – und weshalb? Vielleicht erkennst du sogar Zusammenhänge zwischen den Bereichen, sodass eine positive Veränderung in einem Bereich einen oder mehrere andere Bereiche «mit nach oben zieht».
Wenn du deine Hauptschmerzpunkte identifiziert und priorisiert hast, kennst du deinen «Entwicklungs-Kompass». Er zeigt dir die Richtung, die du einschlagen kannst.
Zielklarheit: Was ist deine Vision?
Manchmal reicht es, die Richtung zu kennen, um loszugehen. Ich empfehle dir jedoch, mindestens für den Lebensbereich mit dem grössten Defizit eine Vision festzuhalten (mehr dazu hier). Eine Vision ist ein inspirierendes Bild am Horizont. Dieses Bild darf – und wird sich auf dem Weg sehr wahrscheinlich – verändern.
Sinn und Zweck einer guten Vision ist es nicht, dass sie genau so in Erfüllung geht, wie du es dir erträumst. Ihr Wert liegt darin, dass sie dich inspiriert und motiviert. Sie löst positive Gefühle wie Zuversicht und Hoffnung aus und vermag dich durch herausfordernde Zeiten zu tragen, falls dich irgendwann der Mut verlässt und Zweifel aufkommen.
Fragen wie
- Wenn alles möglich wäre: Was würdest du dir in diesem Bereich wünschen?
- Was würdest du angehen, wenn du wüsstest, dass du nicht scheitern kannst?
- Wenn Geld, Status und Angst keine Rolle spielen würden: Was würdest du tun?
helfen dir, ins Träumen zu kommen. Und Träumen ist in dieser Phase absolut erlaubt – ja sogar erwünscht. Du musst an dieser Stelle noch nicht wissen, wie du dorthin kommst, sondern nur, was du willst.
Eine gute Vision erkennst du daran, dass sie dich einerseits freudig erregt und dich andererseits ein wenig beschämt, weil sie dein bisher Bekanntes bei Weitem übersteigt.
Wenn du deine Vision gefunden hast, halte sie schriftlich fest. Noch wirkungsvoller ist eine Visionscollage, da Bilder dein emotionales Zentrum direkter ansprechen als Sprache.
Der Weg: Wie kommst du dahin?
Damit deine Vision kein Traum bleibt, sondern du dich wirklich in Bewegung setzt, musst du einen Weg erkennen, der zum Ziel führt. Grosse Visionen sind oft so weit entfernt, dass für dein Gehirn die Machbarkeit fehlt.
Aus diesem Grund ist es sinnvoll, deine Vision in konkrete Zwischenziele zu unterteilen. Du setzt gewissermassen Meilensteine, die den Weg markieren und die Route sichtbar machen. Nimm dir nicht zu viel auf einmal vor. Veränderung braucht Zeit. Jetzt sind Geduld und Durchhaltewille gefragt. Kontinuität ist wichtiger als grosse Hauruck-Aktionen.
Was ist die kleinstmögliche Handlung mit dem grösstmöglichen Impact? Gehe winzig kleine Schritte in Richtung deines Traums – dafür aber täglich und über längere Zeit.
Während du dich kontinuierlich auf deine Vision zubewegst, halte regelmässig inne und blicke zurück. Was hat sich verändert? Welche kleinen und grossen Erfolge kannst du feiern? Bist du noch auf dem richtigen Weg, oder musst du den Kurs neu justieren?
Nach einem Jahr – und das garantiere ich dir – wirst du dein altes Leben nicht mehr wiedererkennen.
Mein Geschenk an dich
Ich hoffe, dass dich die Lektüre dieses Artikels ein grosses Stück weiter in Richtung Klarheit gebracht hat und sich ein Weg vor dir ausbreitet. Ich wünsche dir, dass du die Zuversicht und den Mut findest, deinen Weg Schritt für Schritt zu gehen.
Wenn du es ernst meinst und innerhalb deiner Vision ein konkretes Herzensziel, einen Traum oder ein grosses Projekt verwirklichen willst, dann ist mein kostenloser Guide «Vom Wunsch zur Wirklichkeit – 7 Schritte zu deinem Herzensziel» ein wertvoller Wegbegleiter für dich.
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